Offener Brief an Armin Laschet: Scharfe Kritik an seiner Unterstützung des Schah-Sohns
Sehr geehrte Herr Armin Laschet,
Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages,
Sie haben in der Morgensendung „Morgenmagazin“ der Fernsehsender ARD und ZDF den Schah-Sohn in abstoßender Weise gelobt, Partei für ihn ergriffen und dessen Einladung nach Berlin verteidigt. (Quelle: Nachrichtensender n-tv, 23. April 2026, 08:33 Laschet: Pahlavi ist ein relevanter Gesprächspartner). Er wird bereits von der deutschen Medienlandschaft als „Hofnarr“ bezeichnet. „Ich bin überzeugt, dass er eine Person sein kann, die einen Übergang leitet.“ Ferner erklärten Sie, Pahlavi habe nichts mit der Monarchie seines Vaters zu tun; das sei auch fast 40 Jahre her. Laschet urteilt über Pahlavi: „Er ist ein sehr abgewogener Mensch.“
Diese Äußerungen sind beschämend, nicht hinnnehmbar und verletzen zutiefst die Millionen Iranerinnen und Iraner, die unter der Diktatur der Pahlavi-Familie gelitten haben – von der sich der Sohn des Schahs bis heute nicht distanziert, sondern auf die er sogar „stolz“ ist. Herr Laschet! Sie erwecken den Eindruck, offenbar keinerlei Kenntnis von der Herrschaft des Schahs, ihrer Verbrechen sowie vom spalterischen, zutiefst egozentrischen und autoritären Programm von Reza Pahlavi zu haben. Es entsteht der Eindruck, als haben Sie weder von der SAVAK und den massiven Repressionen während der Schah-Zeit noch vom Sturz der nationalen Regierung Dr. Mossadeghs 1953 gehört.Herr Laschet behauptet, Reza Pahlavi strebe keine Monarchie an. Wissen Sie tatsächlich nicht, dass eine zentrale Parole seiner Anhängerschaft „Javid Shah“ („Es lebe der König“) lautet und dass bereits ein dynastischer Nachfolger – etwa seine Tochter – ernannt hat? Trifft er damit nicht faktisch schon Vorentscheidungen für künftige Generationen? Haben Sie überhaupt sein Programm für die „Übergangszeit“ („daftarchey-e doran-e esterar“) gelesen? Die dort vorgesehenen Befugnisse würden ihm eine Machtfülle verleihen, die der des heutigen Obersten Führers im Iran nahekommt: Er könnte den Premierminister, den Vorsitzenden der Justiz sowie den Leiter eines „Beratungsgremiums“ selbst ernennen – ohne dabei einer wirksamen Rechenschaftspflicht zu unterliegen. Teilen Sie vor diesem Hintergrund die Einschätzung, dass hier eine problematische Machtkonzentration vorgesehen ist? Wie begegnen Sie den Stimmen von Millionen Iranerinnen und Iranern, die – etwa während der Protestaktionen von 2022 und 2026 – klar gefordert haben: „Weder Monarchie noch Führerherrschaft, Demokratie und Gleichheit“?
Herr Laschet, seien Sie versichert: Das iranische Volk wird die Herrschaft der Mullahs beenden – und ebenso entschlossen verhindern, dass eine Rückkehr zur Diktatur der Pahlavi-Dynastie möglich wird. Iranerinnen und Iraner sind von den großen Werten der europäischen Aufklärung inspiriert und entschlossen, nach mehr als 120 Jahren politischen Ringens endlich einen rechtsstaatlichen, demokratischen Staat auf Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu errichten. Stellen Sie sich daher auf die richtige Seite der Geschichte.
Äußere Einmischung und die Installation einer gesteuerten Diktatur gehören zu überholten Mustern vergangener Zeiten und sind heute nicht mehr zeitgemäß.
Ich bitte Sie höflich um eine Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Aziz Fooladvand
