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2 Comments

  1. Nina
    3. Mai 2026 @ 22:48

    Sehr ausführlicher und informativer Bericht – vielen herzlichen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel, Frau Sanaie.

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  2. Jamshid Kohansal
    3. Mai 2026 @ 23:19

    Unser Iran leidet seit vielen Jahrzehnten – man kann sagen seit über einem Jahrhundert – unter Diktatur und Selbstherrschaft. Viele Regierungen kamen und gingen, doch sie hatten alle etwas gemeinsam. Mindestens vier Herrscher haben das Land geprägt: zwei Schahs und zwei Mullahs – Reza Schah, Mohammad Reza Schah Pahlavi, Khomeini und Khamenei. Diese vier Personen regierten den Iran fast hundert Jahre lang, doch das iranische Volk hatte weder Meinungsfreiheit noch freie Parteien oder politische Organisationen.

    Korruption, Vetternwirtschaft und Machtmissbrauch gehörten stets zum System. Bestechung, Diskriminierung, Ungleichheit, Analphabetismus, soziale Missstände, Drogenabhängigkeit und viele andere Probleme bestehen seit der Zeit Reza Schahs bis heute fort. Wir haben zwar Herrscher ausgetauscht, doch die diktatorische Struktur blieb bestehen.

    Die Vergangenheit unseres Landes unter der Pahlavi-Herrschaft ist kein Grund zum Stolz. Für viele Menschen steht sie vielmehr für Unterdrückung, Folter, Hinrichtungen, Gewalt und die Verletzung grundlegender Menschenrechte. Ein Staat, in dem es keine wirklichen Freiheiten gibt, kann nicht glaubwürdig von Demokratie, Freiheit und Fortschritt sprechen.

    Auch heute, während das iranische Volk gegen die Herrschaft der Mullahs protestiert und aufsteht, wollen viele Menschen keine Rückkehr zur Monarchie. Ich sage das aus persönlicher Erfahrung. Mit sechzehn Jahren wurde ich wegen politischer Aktivitäten, wegen des Lesens von Büchern, des Verteilens von Flugblättern und des Schreibens von Parolen vom Regime zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Selbst nach Ablauf meiner Strafe hielt man mich noch zwei weitere Monate fest.

    Nach meiner Freilassung wurde ich von vielen staatlichen Rechten ausgeschlossen. Ich durfte weder weiterstudieren noch eine Arbeitserlaubnis oder einen Führerschein erhalten oder das Land verlassen. Heute lebe ich als Migrant und Flüchtling gemeinsam mit meiner Tochter in Deutschland.

    Ich möchte den Menschen, die diesen Text lesen, sagen: Das Ziel vieler Iranerinnen und Iraner ist nicht die Rückkehr der Monarchie. Zwar versuchen manche, den Sohn des Schahs erneut als zukünftigen Herrscher darzustellen, doch das entspricht nicht zwangsläufig dem Willen des Volkes. Unser Volk verdient eine demokratische Republik – mit Freiheit, Gewaltenteilung, unabhängiger Justiz, Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Respekt gegenüber allen Ethnien, Religionen und Nachbarländern sowie einem Iran ohne Atomwaffen.

    In diesem Zusammenhang betont der Zehn-Punkte-Plan von Frau Maryam Rajavi, der gewählten Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates Iran, Prinzipien wie Freiheit, Demokratie, die Trennung von Religion und Staat, Gleichberechtigung von Frauen und Männern, die Abschaffung der Todesstrafe, die Unabhängigkeit der Justiz sowie die Achtung der Menschenrechte. Für viele freiheitsliebende Iranerinnen und Iraner stellt dieser Plan eine Vision für eine freie und demokratische Zukunft Irans dar.

    Der Ruf vieler Menschen lautet:
    „Weder Schah noch Scheich.“

    Vielen Dank, dass Sie diesen Text gelesen haben.

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