{"id":8981,"date":"2026-09-16T17:34:32","date_gmt":"2026-09-16T15:34:32","guid":{"rendered":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/?p=8981"},"modified":"2026-09-29T17:00:45","modified_gmt":"2026-09-29T15:00:45","slug":"ein-freiheitspreis-aber-keine-politische-blankovollmacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/2026\/09\/16\/ein-freiheitspreis-aber-keine-politische-blankovollmacht\/","title":{"rendered":"Ein Freiheitspreis, aber keine politische Blankovollmacht"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-8981\" data-postid=\"8981\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-8981 themify_builder tf_clear\">\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_duhn646 tb_first tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_prpq646 first\">\n                            <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_2 tb_ksuw646\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_en2w646 first\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_r6g9647   tb_text_dropcap\" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <p>Warum die treuh\u00e4nderische \u00dcbergabe des Freiheitspreises 2026 an Reza Pahlavi Fragen nach demokratischer Legitimation, Pluralismus und Menschenrechten aufwirft<\/p>\n<p>Am 7. November 2026 wird die Friedrich-Naumann-Stiftung f\u00fcr die Freiheit in der Frankfurter Paulskirche ihren Freiheitspreis 2026 dem iranischen Volk verleihen. Nach der offiziellen Erkl\u00e4rung der Stiftung soll Reza Pahlavi den Preis \u201etreuh\u00e4nderisch\u201c entgegennehmen, bis er eines Tages den frei gew\u00e4hlten Vertretern des iranischen Volkes \u00fcbergeben werden kann. Zugleich bezeichnet die Stiftung Pahlavi ausdr\u00fccklich als <strong>\u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c<\/strong> und begr\u00fcndet seine Auswahl damit, dass er die bekannteste Pers\u00f6nlichkeit der iranischen Opposition sei.<\/p>\n<p>Gerade diese Verbindung wirft eine grunds\u00e4tzliche Frage auf: Wie kann eine Institution, deren eigener Anspruch Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und politische Teilhabe ist, einem nicht gew\u00e4hlten politischen Akteur eine repr\u00e4sentative Rolle f\u00fcr ein ganzes Volk \u00fcbertragen?<\/p>\n<p>Dass der Freiheitspreis dem iranischen Volk gewidmet wird, ist zu begr\u00fc\u00dfen. Hunderttausende Iranerinnen und Iraner haben unter Lebensgefahr gegen die Islamische Republik protestiert, viele wurden get\u00f6tet, inhaftiert oder gefoltert. Die Opfer und der Mut dieser Menschen verdienen internationale Anerkennung. Doch gerade deshalb darf die W\u00fcrdigung ihres Freiheitskampfes nicht mit einer politischen Vorentscheidung dar\u00fcber verbunden werden, wer dieses Volk repr\u00e4sentiert oder k\u00fcnftig f\u00fchren soll.<\/p>\n<p><strong>Der Begriff \u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c ist dabei keineswegs nebens\u00e4chlich.<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_sjgh648 last\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_mhnn240 image-top   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"510\" height=\"680\" src=\"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260513_153122.jpg\" class=\"wp-post-image wp-image-8253\" title=\"20260513_153122\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260513_153122.jpg 510w, https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260513_153122-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/>    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <div class=\"image-content\">\n                        <div class=\"image-caption tb_text_wrap\">\n            Bei einer Kundgebung von Anh\u00e4ngern Reza Pahlavis am 10. Mai 2026 in Regensburg ist sein gro\u00dfformatiges Portr\u00e4t neben einem SAVAK-Emblem zu sehen.        <\/div>\n        <!-- \/image-caption -->\n            <\/div>\n    <!-- \/image-content -->\n        <\/div>\n<!-- \/module image -->        <\/div>\n                    <\/div>\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_1 tb_iu78659\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col-full tb_itlu660 first\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_xmy7994   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <p>Die iranische Opposition ist politisch fragmentiert. Reza Pahlavi ist zweifellos eine international besonders bekannte Figur innerhalb dieses Spektrums, aber daraus folgt kein demokratisches Mandat, die gesamte Opposition oder gar das iranische Volk zu vertreten. Auch Reuters hat auf die Schwierigkeiten einer solchen F\u00fchrungsrolle und auf die fehlende Einigung der verschiedenen Oppositionsgruppen hingewiesen. Noch problematischer wird die Entscheidung, wenn man nicht nur die Selbstdarstellung Pahlavis, sondern auch das Verhalten eines Teils seines politischen Umfelds betrachtet.<\/p>\n<p>Bei der gro\u00dfen monarchistischen Kundgebung in M\u00fcnchen im Februar 2026 wurden unter anderem die Parolen <strong>\u201eEine Nation, eine Flagge, ein Anf\u00fchrer \u2013 Prinz Reza Pahlavi\u201c<\/strong> sowie <strong>\u201eTod den drei Korrupten: dem Mullah, dem Linken und dem Mujahed\u201c<\/strong> gerufen. Der zweite Slogan wird dabei der Ehefrau Pahlavis, Yasmine Pahlavi, zugeschrieben.<\/p>\n<p>Es geht hier nicht darum, Reza Pahlavi automatisch f\u00fcr jede \u00c4u\u00dferung jedes Demonstranten verantwortlich zu machen. Das w\u00e4re weder fair noch rechtsstaatlich. Aber eine politische Bewegung, deren prominenter Vertreter als \u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c bezeichnet wird, muss sich daran messen lassen, wie sie mit politischen Gegnern umgeht.<\/p>\n<p>Besonders bedenklich ist die Sprache des politischen Todesurteils: <strong>\u201eTod dem Mullah, dem Linken und dem Mujahed\u201c<\/strong>. In einem Land, in dem politische Gegner tats\u00e4chlich verhaftet, gefoltert und hingerichtet werden, ist es politisch und moralisch schwer vertretbar, dass eine Oppositionsbewegung selbst gegen\u00fcber politischen Gegnern mit Todesparolen auftritt \u2013 und dies ausgerechnet in europ\u00e4ischen Demokratien, deren zentrale Errungenschaft die friedliche Austragung politischer Gegens\u00e4tze ist.<\/p>\n<p>Noch deutlicher wurde diese Problematik bei der Gedenkveranstaltung f\u00fcr den Menschenrechtsanwalt Khosrow Alikordi in Maschhad im Dezember 2025. Nach ver\u00f6ffentlichten Berichten und Videoaufnahmen wurde die <strong>Friedensnobelpreistr\u00e4gerin Narges Mohammadi<\/strong> w\u00e4hrend der Veranstaltung von Personen angegriffen, die Parolen zugunsten Pahlavis riefen, darunter \u201eJavid Shah!\u201c (\u201eEs lebe der Schah\u201c) sowie \u201eTod den Linken und den Mujahedin\u201c. Es kam nach diesen Berichten auch zum Steinwurf und zu k\u00f6rperlichen Auseinandersetzungen.<\/p>\n<p>Auch hier muss zwischen einzelnen Personen und Reza Pahlavi pers\u00f6nlich unterschieden werden. Doch genau diese Unterscheidung macht die politische Frage umso dringlicher: Wie pluralistisch ist eine Bewegung, wenn Teile ihrer Anh\u00e4ngerschaft nicht nur f\u00fcr ihren politischen Favoriten demonstrieren, sondern den politischen Gegner zum Feind erkl\u00e4ren?<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Fragen werfen Auftritte monarchistischer Gruppen mit Symbolen des SAVAK auf. Bei einer Veranstaltung in Regensburg wurden nach Berichten aus dem Umfeld der iranischen Opposition Fahnen und Symbole des ehemaligen Geheimdienstes SAVAK gezeigt.<\/p>\n<p>Die historische Dimension ist nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>SAVAK war der Geheimdienst des Pahlavi-Staates und ist in der historischen Menschenrechtsdokumentation mit politischer Verfolgung und Folter verbunden. Die Verwendung seiner Symbole mag f\u00fcr manche Demonstranten Ausdruck monarchistischer Nostalgie sein. F\u00fcr die Opfer politischer Repression und ihre Familien ist sie jedoch eine Verh\u00f6hnung ihrer Geschichte.<\/p>\n<p>Ein Freiheitspreis sollte deshalb besonders sensibel mit politischen Bewegungen umgehen, in deren Umfeld die Symbole einer fr\u00fcheren Repressionsordnung wieder \u00f6ffentlich gefeiert werden.<\/p>\n<p>Hinzu kommen die dokumentierten Konflikte innerhalb der iranischen Diaspora. Reuters berichtete 2026 \u00fcber Bel\u00e4stigungen und Angriffe im Umfeld von Pahlavi-Anh\u00e4ngern und erw\u00e4hnte in diesem Zusammenhang auch den Mord an dem iranisch-kanadischen Dissidenten <strong>Masoud Masjoodi<\/strong>, der zuvor gerichtliche Verfahren eingeleitet hatte, in denen auch Reza Pahlavi genannt wurde. Gegen zwei in Vancouver lebende, als Unterst\u00fctzer Reza Pahlavis bekannte Personen wurde inzwischen Anklage wegen Mordes ersten Grades erhoben.<\/p>\n<p>Gerade hier ist eine rechtsstaatliche Grenze unverzichtbar: Eine Mordanklage ist kein Schuldspruch, und es gibt keinen belegten Nachweis, dass Reza Pahlavi an diesem Mord beteiligt war oder ihn veranlasst h\u00e4tte. Ebenso darf aber die politische und zeitliche Dimension des Falles nicht ignoriert werden. Masjoodi hatte Pahlavi verklagt; sein Tod fiel in eine Zeit intensiver juristischer Auseinandersetzungen. Ob und in welcher Weise diese Konflikte f\u00fcr die Tat relevant waren, m\u00fcssen die kanadischen Ermittlungs- und Justizbeh\u00f6rden kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Das ist gerade deshalb wichtig, weil politische Gewalt innerhalb einer Opposition nicht mit dem Hinweis auf die Verbrechen des iranischen Regimes relativiert werden darf.<\/p>\n<p>Eine demokratische Opposition muss sich durch ihre eigenen Ma\u00dfst\u00e4be auszeichnen.<\/p>\n<p>Sie kann nicht einerseits Freiheit, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit fordern und andererseits gegen\u00fcber ihren inneren Gegnern eine politische Sprache verwenden, in der Tod, Ausschluss und Feindschaft dominieren.<\/p>\n<p>Auch die Frage der politischen Vergangenheit Pahlavis geh\u00f6rt in diese Debatte. Es w\u00e4re falsch, ihm pers\u00f6nlich die Verbrechen seines Vaters oder Gro\u00dfvaters anzulasten. Niemand erbt strafrechtliche Schuld. Aber ebenso falsch w\u00e4re es, die historische Verantwortung der Pahlavi-Herrschaft aus Gr\u00fcnden aktueller politischer Zweckm\u00e4\u00dfigkeit auszublenden. Eine glaubw\u00fcrdige demokratische Alternative muss sich eindeutig mit den Opfern fr\u00fcherer Repression auseinandersetzen und darf die politische Vergangenheit nicht romantisieren.<\/p>\n<p>Die Frage der Revolutionsgarden<\/p>\n<p>Auch die Haltung Reza Pahlavis zur Islamischen Revolutionsgarde verdient eine kurze Einordnung. Zwar fordert er seit 2023 \u00f6ffentlich die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation; dennoch bleibt angesichts ihrer seit Jahrzehnten dokumentierten Rolle eine berechtigte politische Frage: Warum hat er diese Forderung vor 2023 \u2013 trotz ihrer zentralen Bedeutung f\u00fcr zahlreiche Oppositionsgruppen seit Jahrzehnten \u2013 nicht \u00f6ffentlich erhoben oder sich zumindest nicht erkennbar dazu positioniert, und auf welcher Grundlage wird er heute als \u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c dargestellt?<\/p>\n<p>Die Frage der politischen Legitimation bleibt damit bestehen. Denn die heutige Position zu einer einzelnen politischen Forderung kann nicht r\u00fcckwirkend ein demokratisches Mandat erzeugen.<\/p>\n<p>Damit sind wir beim eigentlichen Kern der Debatte.<\/p>\n<p>Die Friedrich-Naumann-Stiftung sagt, der Preis geh\u00f6re dem iranischen Volk. Genau dieses Volk ist aber politisch plural. Es besteht nicht nur aus Monarchisten und nicht nur aus Anh\u00e4ngern Pahlavis. Viele Iraner k\u00e4mpfen gleichzeitig gegen die Islamische Republik und gegen jede R\u00fcckkehr einer autorit\u00e4ren Monarchie. Sie wollen weder einen religi\u00f6sen F\u00fchrer noch einen monarchischen F\u00fchrer, sondern einen demokratischen Staat, dessen Staatsform sie selbst bestimmen.<\/p>\n<p>Deshalb ist die Bezeichnung Pahlavis als \u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c politisch mehr als eine Beschreibung seiner Bekanntheit. Sie vermittelt den Eindruck einer bereits bestehenden F\u00fchrungslegitimation. Eine solche Legitimation kann jedoch nicht durch internationale Sichtbarkeit, mediale Pr\u00e4senz oder die Gr\u00f6\u00dfe einer Anh\u00e4ngerschaft ersetzt werden.<\/p>\n<p>Gerade die Frankfurter Paulskirche macht diesen Widerspruch besonders deutlich.<\/p>\n<p>Sie ist nicht einfach ein repr\u00e4sentativer Saal. Sie steht f\u00fcr die deutsche Demokratiegeschichte und f\u00fcr den historischen Versuch, politische Herrschaft durch Verfassung, B\u00fcrgerrechte und parlamentarische Legitimation zu begrenzen. Die Paulskirche gilt als ein zentraler Erinnerungsort der deutschen Demokratie.<\/p>\n<p>Ausgerechnet an diesem Ort sollte daher ein Freiheitspreis nicht den Eindruck vermitteln, ein einzelner nicht gew\u00e4hlter Politiker k\u00f6nne stellvertretend f\u00fcr ein ganzes Volk sprechen.<\/p>\n<p>Wenn die Stiftung tats\u00e4chlich das iranische Volk und nicht eine politische Einzelperson auszeichnen will, w\u00e4re eine pluralistische Entgegennahme des Preises konsequenter: durch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener demokratischer und menschenrechtlicher Str\u00f6mungen der iranischen Gesellschaft \u2013 Frauenrechtsaktivisten, politische Gefangene beziehungsweise deren Angeh\u00f6rige, Journalisten, Studenten, Arbeiter, Menschenrechtsverteidiger, Vertreter ethnischer und religi\u00f6ser Minderheiten sowie unterschiedliche politische Richtungen der Opposition.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re eine wesentlich st\u00e4rkere Botschaft.<\/p>\n<p>Denn die Menschen im Iran k\u00e4mpfen nicht daf\u00fcr, dass ein F\u00fchrer an die Stelle eines anderen F\u00fchrers gesetzt wird. Sie k\u00e4mpfen daf\u00fcr, dass sie selbst entscheiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Reza Pahlavi das Recht hat, politisch aktiv zu sein. Dieses Recht steht ihm ebenso zu wie jedem anderen Iraner.<\/p>\n<p>Die entscheidende Frage lautet vielmehr, warum eine deutsche liberale Stiftung einem nicht gew\u00e4hlten Politiker die symbolische Vertretung eines ganzen Volkes \u00fcbertr\u00e4gt, obwohl gerade dieses Volk noch keine M\u00f6glichkeit hatte, seine Vertreter frei zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Der Freiheitspreis 2026 sollte deshalb eine Auszeichnung f\u00fcr den Freiheitswillen der Iranerinnen und Iraner sein \u2013 und keine politische Blankovollmacht.<\/p>\n<p>Wenn die Friedrich-Naumann-Stiftung an ihren eigenen Grunds\u00e4tzen von Freiheit, Demokratie, Menschenrechten, Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit festh\u00e4lt, sollte sie zwischen der W\u00fcrdigung des iranischen Volkes und der politischen Anerkennung eines einzelnen F\u00fchrungsanspruchs unterscheiden.<\/p>\n<p>Denn eines darf nach den Erfahrungen der iranischen Geschichte nicht vergessen werden:<\/p>\n<p>Die Beseitigung einer Diktatur ist noch keine Demokratie. Demokratie beginnt dort, wo niemand \u2013 weder ein Mullah noch eine Dynastie, eine Partei oder ein selbsternannter F\u00fchrer \u2013 das Recht beanspruchen kann, anstelle des Volkes \u00fcber seine politische Zukunft zu entscheiden.<\/p>\n<p>Die Paulskirche w\u00e4re daf\u00fcr der denkbar passendste Ort, um genau diese Botschaft auszusprechen.<\/p>\n<p><strong>Die Freiheit geh\u00f6rt dem iranischen Volk. Deshalb sollte auch seine politische Zukunft allein durch das iranische Volk legitimiert werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Reza M. Rouchi<\/strong><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_1 tb_ibaw615\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col-full tb_g8jc615 first\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                    <\/div>\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_2 tb_7jtm287\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_mmg9287 first\">\n                            <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_etqh287 last\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_2 tb_ba2h14\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_88nm15 first\">\n                            <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_yp9a15 last\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_2 tb_zvb0462\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_rzw9463 first\">\n                            <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_i1or463 last\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                        <\/div>\n        <\/div>\n        <\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":2,"featured_media":9189,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,34],"tags":[],"class_list":["post-8981","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-monarchie","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"builder_content":"<p>Warum die treuh\u00e4nderische \u00dcbergabe des Freiheitspreises 2026 an Reza Pahlavi Fragen nach demokratischer Legitimation, Pluralismus und Menschenrechten aufwirft<\/p> <p>Am 7. November 2026 wird die Friedrich-Naumann-Stiftung f\u00fcr die Freiheit in der Frankfurter Paulskirche ihren Freiheitspreis 2026 dem iranischen Volk verleihen. Nach der offiziellen Erkl\u00e4rung der Stiftung soll Reza Pahlavi den Preis \u201etreuh\u00e4nderisch\u201c entgegennehmen, bis er eines Tages den frei gew\u00e4hlten Vertretern des iranischen Volkes \u00fcbergeben werden kann. Zugleich bezeichnet die Stiftung Pahlavi ausdr\u00fccklich als <strong>\u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c<\/strong> und begr\u00fcndet seine Auswahl damit, dass er die bekannteste Pers\u00f6nlichkeit der iranischen Opposition sei.<\/p> <p>Gerade diese Verbindung wirft eine grunds\u00e4tzliche Frage auf: Wie kann eine Institution, deren eigener Anspruch Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und politische Teilhabe ist, einem nicht gew\u00e4hlten politischen Akteur eine repr\u00e4sentative Rolle f\u00fcr ein ganzes Volk \u00fcbertragen?<\/p> <p>Dass der Freiheitspreis dem iranischen Volk gewidmet wird, ist zu begr\u00fc\u00dfen. Hunderttausende Iranerinnen und Iraner haben unter Lebensgefahr gegen die Islamische Republik protestiert, viele wurden get\u00f6tet, inhaftiert oder gefoltert. Die Opfer und der Mut dieser Menschen verdienen internationale Anerkennung. Doch gerade deshalb darf die W\u00fcrdigung ihres Freiheitskampfes nicht mit einer politischen Vorentscheidung dar\u00fcber verbunden werden, wer dieses Volk repr\u00e4sentiert oder k\u00fcnftig f\u00fchren soll.<\/p> <p><strong>Der Begriff \u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c ist dabei keineswegs nebens\u00e4chlich.<\/strong><\/p> <p>\u00a0<\/p>\n<img src=\"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260513_153122.jpg\" title=\"20260513_153122\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260513_153122.jpg 510w, https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260513_153122-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 510px) 100vw, 510px\" \/> Bei einer Kundgebung von Anh\u00e4ngern Reza Pahlavis am 10. Mai 2026 in Regensburg ist sein gro\u00dfformatiges Portr\u00e4t neben einem SAVAK-Emblem zu sehen.\n<p>Die iranische Opposition ist politisch fragmentiert. Reza Pahlavi ist zweifellos eine international besonders bekannte Figur innerhalb dieses Spektrums, aber daraus folgt kein demokratisches Mandat, die gesamte Opposition oder gar das iranische Volk zu vertreten. Auch Reuters hat auf die Schwierigkeiten einer solchen F\u00fchrungsrolle und auf die fehlende Einigung der verschiedenen Oppositionsgruppen hingewiesen. Noch problematischer wird die Entscheidung, wenn man nicht nur die Selbstdarstellung Pahlavis, sondern auch das Verhalten eines Teils seines politischen Umfelds betrachtet.<\/p> <p>Bei der gro\u00dfen monarchistischen Kundgebung in M\u00fcnchen im Februar 2026 wurden unter anderem die Parolen <strong>\u201eEine Nation, eine Flagge, ein Anf\u00fchrer \u2013 Prinz Reza Pahlavi\u201c<\/strong> sowie <strong>\u201eTod den drei Korrupten: dem Mullah, dem Linken und dem Mujahed\u201c<\/strong> gerufen. Der zweite Slogan wird dabei der Ehefrau Pahlavis, Yasmine Pahlavi, zugeschrieben.<\/p> <p>Es geht hier nicht darum, Reza Pahlavi automatisch f\u00fcr jede \u00c4u\u00dferung jedes Demonstranten verantwortlich zu machen. Das w\u00e4re weder fair noch rechtsstaatlich. Aber eine politische Bewegung, deren prominenter Vertreter als \u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c bezeichnet wird, muss sich daran messen lassen, wie sie mit politischen Gegnern umgeht.<\/p> <p>Besonders bedenklich ist die Sprache des politischen Todesurteils: <strong>\u201eTod dem Mullah, dem Linken und dem Mujahed\u201c<\/strong>. In einem Land, in dem politische Gegner tats\u00e4chlich verhaftet, gefoltert und hingerichtet werden, ist es politisch und moralisch schwer vertretbar, dass eine Oppositionsbewegung selbst gegen\u00fcber politischen Gegnern mit Todesparolen auftritt \u2013 und dies ausgerechnet in europ\u00e4ischen Demokratien, deren zentrale Errungenschaft die friedliche Austragung politischer Gegens\u00e4tze ist.<\/p> <p>Noch deutlicher wurde diese Problematik bei der Gedenkveranstaltung f\u00fcr den Menschenrechtsanwalt Khosrow Alikordi in Maschhad im Dezember 2025. Nach ver\u00f6ffentlichten Berichten und Videoaufnahmen wurde die <strong>Friedensnobelpreistr\u00e4gerin Narges Mohammadi<\/strong> w\u00e4hrend der Veranstaltung von Personen angegriffen, die Parolen zugunsten Pahlavis riefen, darunter \u201eJavid Shah!\u201c (\u201eEs lebe der Schah\u201c) sowie \u201eTod den Linken und den Mujahedin\u201c. Es kam nach diesen Berichten auch zum Steinwurf und zu k\u00f6rperlichen Auseinandersetzungen.<\/p> <p>Auch hier muss zwischen einzelnen Personen und Reza Pahlavi pers\u00f6nlich unterschieden werden. Doch genau diese Unterscheidung macht die politische Frage umso dringlicher: Wie pluralistisch ist eine Bewegung, wenn Teile ihrer Anh\u00e4ngerschaft nicht nur f\u00fcr ihren politischen Favoriten demonstrieren, sondern den politischen Gegner zum Feind erkl\u00e4ren?<\/p> <p>\u00c4hnliche Fragen werfen Auftritte monarchistischer Gruppen mit Symbolen des SAVAK auf. Bei einer Veranstaltung in Regensburg wurden nach Berichten aus dem Umfeld der iranischen Opposition Fahnen und Symbole des ehemaligen Geheimdienstes SAVAK gezeigt.<\/p> <p>Die historische Dimension ist nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p> <p>SAVAK war der Geheimdienst des Pahlavi-Staates und ist in der historischen Menschenrechtsdokumentation mit politischer Verfolgung und Folter verbunden. Die Verwendung seiner Symbole mag f\u00fcr manche Demonstranten Ausdruck monarchistischer Nostalgie sein. F\u00fcr die Opfer politischer Repression und ihre Familien ist sie jedoch eine Verh\u00f6hnung ihrer Geschichte.<\/p> <p>Ein Freiheitspreis sollte deshalb besonders sensibel mit politischen Bewegungen umgehen, in deren Umfeld die Symbole einer fr\u00fcheren Repressionsordnung wieder \u00f6ffentlich gefeiert werden.<\/p> <p>Hinzu kommen die dokumentierten Konflikte innerhalb der iranischen Diaspora. Reuters berichtete 2026 \u00fcber Bel\u00e4stigungen und Angriffe im Umfeld von Pahlavi-Anh\u00e4ngern und erw\u00e4hnte in diesem Zusammenhang auch den Mord an dem iranisch-kanadischen Dissidenten <strong>Masoud Masjoodi<\/strong>, der zuvor gerichtliche Verfahren eingeleitet hatte, in denen auch Reza Pahlavi genannt wurde. Gegen zwei in Vancouver lebende, als Unterst\u00fctzer Reza Pahlavis bekannte Personen wurde inzwischen Anklage wegen Mordes ersten Grades erhoben.<\/p> <p>Gerade hier ist eine rechtsstaatliche Grenze unverzichtbar: Eine Mordanklage ist kein Schuldspruch, und es gibt keinen belegten Nachweis, dass Reza Pahlavi an diesem Mord beteiligt war oder ihn veranlasst h\u00e4tte. Ebenso darf aber die politische und zeitliche Dimension des Falles nicht ignoriert werden. Masjoodi hatte Pahlavi verklagt; sein Tod fiel in eine Zeit intensiver juristischer Auseinandersetzungen. Ob und in welcher Weise diese Konflikte f\u00fcr die Tat relevant waren, m\u00fcssen die kanadischen Ermittlungs- und Justizbeh\u00f6rden kl\u00e4ren.<\/p> <p>Das ist gerade deshalb wichtig, weil politische Gewalt innerhalb einer Opposition nicht mit dem Hinweis auf die Verbrechen des iranischen Regimes relativiert werden darf.<\/p> <p>Eine demokratische Opposition muss sich durch ihre eigenen Ma\u00dfst\u00e4be auszeichnen.<\/p> <p>Sie kann nicht einerseits Freiheit, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit fordern und andererseits gegen\u00fcber ihren inneren Gegnern eine politische Sprache verwenden, in der Tod, Ausschluss und Feindschaft dominieren.<\/p> <p>Auch die Frage der politischen Vergangenheit Pahlavis geh\u00f6rt in diese Debatte. Es w\u00e4re falsch, ihm pers\u00f6nlich die Verbrechen seines Vaters oder Gro\u00dfvaters anzulasten. Niemand erbt strafrechtliche Schuld. Aber ebenso falsch w\u00e4re es, die historische Verantwortung der Pahlavi-Herrschaft aus Gr\u00fcnden aktueller politischer Zweckm\u00e4\u00dfigkeit auszublenden. Eine glaubw\u00fcrdige demokratische Alternative muss sich eindeutig mit den Opfern fr\u00fcherer Repression auseinandersetzen und darf die politische Vergangenheit nicht romantisieren.<\/p> <p>Die Frage der Revolutionsgarden<\/p> <p>Auch die Haltung Reza Pahlavis zur Islamischen Revolutionsgarde verdient eine kurze Einordnung. Zwar fordert er seit 2023 \u00f6ffentlich die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation; dennoch bleibt angesichts ihrer seit Jahrzehnten dokumentierten Rolle eine berechtigte politische Frage: Warum hat er diese Forderung vor 2023 \u2013 trotz ihrer zentralen Bedeutung f\u00fcr zahlreiche Oppositionsgruppen seit Jahrzehnten \u2013 nicht \u00f6ffentlich erhoben oder sich zumindest nicht erkennbar dazu positioniert, und auf welcher Grundlage wird er heute als \u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c dargestellt?<\/p> <p>Die Frage der politischen Legitimation bleibt damit bestehen. Denn die heutige Position zu einer einzelnen politischen Forderung kann nicht r\u00fcckwirkend ein demokratisches Mandat erzeugen.<\/p> <p>Damit sind wir beim eigentlichen Kern der Debatte.<\/p> <p>Die Friedrich-Naumann-Stiftung sagt, der Preis geh\u00f6re dem iranischen Volk. Genau dieses Volk ist aber politisch plural. Es besteht nicht nur aus Monarchisten und nicht nur aus Anh\u00e4ngern Pahlavis. Viele Iraner k\u00e4mpfen gleichzeitig gegen die Islamische Republik und gegen jede R\u00fcckkehr einer autorit\u00e4ren Monarchie. Sie wollen weder einen religi\u00f6sen F\u00fchrer noch einen monarchischen F\u00fchrer, sondern einen demokratischen Staat, dessen Staatsform sie selbst bestimmen.<\/p> <p>Deshalb ist die Bezeichnung Pahlavis als \u201eOppositionsf\u00fchrer\u201c politisch mehr als eine Beschreibung seiner Bekanntheit. Sie vermittelt den Eindruck einer bereits bestehenden F\u00fchrungslegitimation. Eine solche Legitimation kann jedoch nicht durch internationale Sichtbarkeit, mediale Pr\u00e4senz oder die Gr\u00f6\u00dfe einer Anh\u00e4ngerschaft ersetzt werden.<\/p> <p>Gerade die Frankfurter Paulskirche macht diesen Widerspruch besonders deutlich.<\/p> <p>Sie ist nicht einfach ein repr\u00e4sentativer Saal. Sie steht f\u00fcr die deutsche Demokratiegeschichte und f\u00fcr den historischen Versuch, politische Herrschaft durch Verfassung, B\u00fcrgerrechte und parlamentarische Legitimation zu begrenzen. Die Paulskirche gilt als ein zentraler Erinnerungsort der deutschen Demokratie.<\/p> <p>Ausgerechnet an diesem Ort sollte daher ein Freiheitspreis nicht den Eindruck vermitteln, ein einzelner nicht gew\u00e4hlter Politiker k\u00f6nne stellvertretend f\u00fcr ein ganzes Volk sprechen.<\/p> <p>Wenn die Stiftung tats\u00e4chlich das iranische Volk und nicht eine politische Einzelperson auszeichnen will, w\u00e4re eine pluralistische Entgegennahme des Preises konsequenter: durch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener demokratischer und menschenrechtlicher Str\u00f6mungen der iranischen Gesellschaft \u2013 Frauenrechtsaktivisten, politische Gefangene beziehungsweise deren Angeh\u00f6rige, Journalisten, Studenten, Arbeiter, Menschenrechtsverteidiger, Vertreter ethnischer und religi\u00f6ser Minderheiten sowie unterschiedliche politische Richtungen der Opposition.<\/p> <p>Das w\u00e4re eine wesentlich st\u00e4rkere Botschaft.<\/p> <p>Denn die Menschen im Iran k\u00e4mpfen nicht daf\u00fcr, dass ein F\u00fchrer an die Stelle eines anderen F\u00fchrers gesetzt wird. Sie k\u00e4mpfen daf\u00fcr, dass sie selbst entscheiden k\u00f6nnen.<\/p> <p>Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob Reza Pahlavi das Recht hat, politisch aktiv zu sein. Dieses Recht steht ihm ebenso zu wie jedem anderen Iraner.<\/p> <p>Die entscheidende Frage lautet vielmehr, warum eine deutsche liberale Stiftung einem nicht gew\u00e4hlten Politiker die symbolische Vertretung eines ganzen Volkes \u00fcbertr\u00e4gt, obwohl gerade dieses Volk noch keine M\u00f6glichkeit hatte, seine Vertreter frei zu w\u00e4hlen.<\/p> <p>Der Freiheitspreis 2026 sollte deshalb eine Auszeichnung f\u00fcr den Freiheitswillen der Iranerinnen und Iraner sein \u2013 und keine politische Blankovollmacht.<\/p> <p>Wenn die Friedrich-Naumann-Stiftung an ihren eigenen Grunds\u00e4tzen von Freiheit, Demokratie, Menschenrechten, Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit festh\u00e4lt, sollte sie zwischen der W\u00fcrdigung des iranischen Volkes und der politischen Anerkennung eines einzelnen F\u00fchrungsanspruchs unterscheiden.<\/p> <p>Denn eines darf nach den Erfahrungen der iranischen Geschichte nicht vergessen werden:<\/p> <p>Die Beseitigung einer Diktatur ist noch keine Demokratie. Demokratie beginnt dort, wo niemand \u2013 weder ein Mullah noch eine Dynastie, eine Partei oder ein selbsternannter F\u00fchrer \u2013 das Recht beanspruchen kann, anstelle des Volkes \u00fcber seine politische Zukunft zu entscheiden.<\/p> <p>Die Paulskirche w\u00e4re daf\u00fcr der denkbar passendste Ort, um genau diese Botschaft auszusprechen.<\/p> <p><strong>Die Freiheit geh\u00f6rt dem iranischen Volk. Deshalb sollte auch seine politische Zukunft allein durch das iranische Volk legitimiert werden.<\/strong><\/p> <p><strong>Reza M. Rouchi<\/strong><\/p>","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8981","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8981"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8981\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9219,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8981\/revisions\/9219"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9189"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8981"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8981"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8981"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}