{"id":7543,"date":"2026-01-18T10:13:14","date_gmt":"2026-01-18T09:13:14","guid":{"rendered":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/?p=7543"},"modified":"2026-01-18T23:34:54","modified_gmt":"2026-01-18T22:34:54","slug":"massaker-luegen-und-mitschuld-die-blutige-repression-im-iran-und-die-verantwortung-der-internationalen-gemeinschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/2026\/01\/18\/massaker-luegen-und-mitschuld-die-blutige-repression-im-iran-und-die-verantwortung-der-internationalen-gemeinschaft\/","title":{"rendered":"Massaker, L\u00fcgen und Mitschuld: Die blutige Repression im Iran und die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft!"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">von Reza Rouchi<\/p>\n\n<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-7543\" data-postid=\"7543\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-7543 themify_builder tf_clear\">\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_tej1279 tb_first tf_w\">\n                        <div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n                        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_b48f280 first\">\n                            <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_2 tb_yuhy280\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_n4te280 first\">\n                    <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_7br7280   tb_text_dropcap\" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <p>Was als wirtschaftlicher Protest begann \u2013 Streiks von H\u00e4ndlern in Teheran gegen steigende Devisen- und Goldpreise sowie den dramatischen Wertverfall des Rial \u2013 verwandelte sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit in eine offene politische Konfrontation mit dem gesamten Regime der Islamischen Republik.<\/p>\n<p>Die Parolen der Demonstrierenden wurden schnell eindeutig: \u201eTod dem Diktator\u201c, \u201eTod Khamenei\u201c. Diese Rufe spiegeln den tief verwurzelten Konsens einer Gesellschaft wider, die das Regime als unvereinbar mit Freiheit, W\u00fcrde und Zukunft begreift.<\/p>\n<p>Seit Jahren gleicht der Iran einem Pulverfass. Systematische Repression, wirtschaftliche Misswirtschaft, institutionalisierte Korruption und die vollst\u00e4ndige religi\u00f6se Kontrolle aller Lebensbereiche haben eine explosive Lage geschaffen. Die j\u00fcngsten Ereignisse zeigen, dass diese Spannung nicht l\u00e4nger unterdr\u00fcckt werden kann. Nach Angaben der zentralen Oppositionsbewegung MEK\/PMOI wurden bislang mindestens 3.000 Demonstrierende get\u00f6tet \u2013 eine Zahl, die das wahre Ausma\u00df der Gewalt nur ann\u00e4hernd widerspiegelt. Die gezielte Abschaltung des Internets ist Teil einer Strategie des Regimes, seine Verbrechen zu verschleiern. Erst wenn Informationen wieder frei flie\u00dfen, wird das volle Ausma\u00df sichtbar.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_mz71282 last\">\n                    <!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_7j22477 image-top   tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"611\" height=\"654\" src=\"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025-06-19-12.09.28.jpg\" class=\"wp-post-image wp-image-6375\" title=\"2025-06-19 12.09.28\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025-06-19-12.09.28.jpg 611w, https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/2025-06-19-12.09.28-280x300.jpg 280w\" sizes=\"auto, (max-width: 611px) 100vw, 611px\" \/>    \n        <\/div>\n    <!-- \/image-wrap -->\n    \n        <div class=\"image-content\">\n                        <div class=\"image-caption tb_text_wrap\">\n            Reza Rouchi von &#8222;Gesellschaft von Deutsch-Iranern&#8220; (GDI)        <\/div>\n        <!-- \/image-caption -->\n            <\/div>\n    <!-- \/image-content -->\n        <\/div>\n<!-- \/module image -->        <\/div>\n                    <\/div>\n        <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_j2mb513   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n        <p>Maryam Rajavi, die designierte Pr\u00e4sidentin des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI), erkl\u00e4rte am 12. Januar klar: Die eskalierende Gewalt des Regimes ist kein Zeichen von St\u00e4rke, sondern Ausdruck struktureller Schw\u00e4che und zunehmender Isolation des Obersten F\u00fchrers Ali Khamenei. Ein System, das sein politisches \u00dcberleben nur noch durch Massent\u00f6tungen und gezielte Einsch\u00fcchterung sichern kann, hat jede politische und moralische Legitimit\u00e4t verloren.<\/p>\n<p>Die vors\u00e4tzliche T\u00f6tung unbewaffneter Demonstrierender \u2013 die das Regime offen als \u201eHeuchler\u201c und \u201eTerroristen\u201c diffamierte \u2013 stellt ein schweres Menschenrechtsverbrechen dar. Diese Gewalt richtet sich nicht nur gegen die iranische Bev\u00f6lkerung, sondern ersch\u00fcttert das Gewissen der internationalen Gemeinschaft und ruft die Pflicht zur Rechenschaftspflicht auf.<\/p>\n<p>\u00dcberf\u00fcllte Krankenh\u00e4user und Leichenhallen sind stumme Zeugen dieser historischen Entschlossenheit. Viele der Get\u00f6teten sind junge Menschen, die bereit waren, f\u00fcr ein Ende der religi\u00f6sen Diktatur ihr Leben zu riskieren. Wer seine Angst \u00fcberwindet, l\u00e4sst sich nicht dauerhaft unterwerfen. Es ist daher irref\u00fchrend, weiterhin von einem blo\u00dfen Aufstand zu sprechen \u2013 was sich im Iran entfaltet, ist eine Revolution im Werden. Auch wenn die sichtbare Pr\u00e4senz auf den Stra\u00dfen schwankt, bleiben die Ursachen, die Wut und der Wille zur \u00dcberwindung des Systems unver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Parallel dazu versucht das Regime, die Ereignisse politisch und medial umzudeuten.<\/p>\n<p>Im Ausland wird gezielt verbreitet, die Proteste seien das Ergebnis eines Aufrufs oder einer f\u00fchrenden Rolle von Reza Pahlavi, dem Sohn des ehemaligen Schahs. Diese Darstellung ist nicht nur sachlich falsch, sondern auch moralisch und politisch unhaltbar.<\/p>\n<p>Pahlavi selbst erkl\u00e4rte nach dem Blutbad, er habe niemanden zum Protest aufgerufen. Zugleich hatte er zuvor internationale Medien \u00fcber angebliche Unterst\u00fctzung aus dem Inneren, eine \u201emassive Pr\u00e4senz auf der Stra\u00dfe\u201c und sogar Verbindungen zu Teilen der Sicherheitskr\u00e4fte informiert. Die eklatante Diskrepanz zwischen Selbstdarstellung und nachtr\u00e4glicher Verantwortungsverweigerung ist ein Lehrbuchbeispiel politischer Verantwortungslosigkeit und wirft grundlegende Fragen nach Glaubw\u00fcrdigkeit, ethischer Integrit\u00e4t und rechtlicher Haftung auf.<\/p>\n<p>Man kann nicht einen F\u00fchrungsanspruch erheben, sich medial als Symbolfigur inszenieren lassen und gleichzeitig in dem Moment, in dem Menschen auf offener Stra\u00dfe massakriert werden, jede politische und moralische Verantwortung von sich weisen. Dieses Verhalten untergr\u00e4bt elementare Prinzipien politischer Verantwortlichkeit und jegliche glaubhafte Legitimation als politische F\u00fchrungsperson.<\/p>\n<p>Die Rolle westlicher Medien versch\u00e4rft die Situation zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Ohne sorgf\u00e4ltige journalistische Pr\u00fcfung wurden manipulierte Bilder, verf\u00e4lschte Parolen und einseitige Narrative verbreitet, die den Eindruck erweckten, Millionen Iraner h\u00e4tten einem monarchistischen Projekt gefolgt. Tats\u00e4chlich k\u00e4mpfen die Menschen f\u00fcr Freiheit, W\u00fcrde und Selbstbestimmung \u2013 nicht f\u00fcr die R\u00fcckkehr zu einem repressiven, gewaltt\u00e4tigen System.<\/p>\n<p>Die Verbrechen der Schah-Diktatur \u2013 insbesondere systematische Folter durch den SAVAK, Unterdr\u00fcckung politischer Opposition und ethnischer Minderheiten \u2013 sind im kollektiven Ged\u00e4chtnis tief verankert. Reza Pahlavi hat sich bis heute nicht eindeutig von diesen Verbrechen distanziert, sondern sie wiederholt relativiert, als historisch notwendig dargestellt und die damalige Gesellschaft als \u201enicht reif f\u00fcr Demokratie\u201c bezeichnet. Eine solche Relativierung ist aus menschenrechtlicher und rechtsstaatlicher Perspektive unhaltbar und untergr\u00e4bt jegliche demokratische Legitimation.<\/p>\n<p>Ein weiterer, besonders besorgniserregender Punkt: Pahlavi erkl\u00e4rte \u00f6ffentlich, er stehe in Verbindung mit Teilen der Revolutionsgarden, und rund 50.000 Angeh\u00f6rige dieser Strukturen h\u00e4tten seinem Aufruf zur Unterst\u00fctzung \u00fcber QR-Codes gefolgt \u2013 genau jene Kr\u00e4fte, die heute die blutige Niederschlagung der Proteste leiten. Wer sich auf solche Machtstrukturen st\u00fctzt oder deren Unterst\u00fctzung reklamiert, bietet keine demokratische Alternative, sondern stabilisiert das bestehende Unterdr\u00fcckungssystem \u2013 wenn auch unter einem anderen Etikett.<\/p>\n<p>Auch international zeigt sich ein eklatanter Widerspruch zwischen Worten und Taten. Der deutsche Bundeskanzler und die Au\u00dfenministerin erkennen zwar die fehlende Legitimit\u00e4t des Regimes an, doch konkrete politische Konsequenzen bleiben aus. Die einzig angemessene und rechtlich nachvollziehbare Reaktion m\u00fcsste umfassen: die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation auf EU-Ebene, umfassende und wirksame Sanktionen gegen die zentralen Machtstrukturen des Regimes sowie die ausdr\u00fcckliche Anerkennung des Rechts des iranischen Volkes auf legitimen Widerstand.<\/p>\n<p>Wer aus wirtschaftlichem Kalk\u00fcl oder geopolitischer Bequemlichkeit wegschaut, macht sich politisch und moralisch mitschuldig. H\u00e4ndesch\u00fctteln oder diplomatische Ann\u00e4herung mit einem Regime, das systematisch tausendfach Menschen t\u00f6tet, ist keine Neutralit\u00e4t \u2013 es ist Beihilfe durch Unterlassung.<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Massaker sind das dritte historische Massaker nach 1980 und 1988, als mehr als 30.000 politische Gefangene hingerichtet wurden \u2013 etwa 90\u202fProzent Anh\u00e4nger der MOK\/MEK. Anders als damals gibt es heute Internet, Information kann weltweit verbreitet werden. Doch das Regime blockiert gezielt diese Kan\u00e4le, um seine Verantwortung zu verschleiern.<\/p>\n<p>Die Zeit der Rehabilitierung f\u00fcr die MEK\/PMOI ist gekommen. Die internationale Gemeinschaft muss die Legitimit\u00e4t dieser Organisation anerkennen, ihre Mitglieder sch\u00fctzen und das Recht des iranischen Volkes auf Selbstbestimmung und Widerstand gegen Unterdr\u00fcckung respektieren.<\/p>\n<p>Die Wut des Volkes ist das Ged\u00e4chtnis der Ermordeten und die Anklage gegen alle, die schweigen. Geschichte wird nicht nur die T\u00e4ter, sondern auch jene verurteilen, die aus Opportunismus wegschauten.<\/p>\n<p>Reza M. Rouchi<\/p>\n<p>Gesellschaft von Deutsch-iranern (GDI)<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_1 tb_rvb4777\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column tb_0xy50 first\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_1 tb_oh0a252\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col-full tb_uo2d253 first\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_2 tb_r1is184\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_j2mb183 first\">\n                            <\/div>\n                    <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col4-2 tb_i8sd185 last\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_1 tb_i5fx188\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col-full tb_0dmf188 first\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n        <!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_odyv409   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n            <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text --><!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_0ax684   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n            <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->        <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_1 tb_xhu046\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col-full tb_y06l47 first\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tf_w col_align_top tb_col_count_1 tb_9c2n183\">\n                <div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col-full tb_shf9183 first\">\n                            <\/div>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                        <\/div>\n        <\/div>\n        <\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Reza Rouchi<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6375,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-7543","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"builder_content":"<p>Was als wirtschaftlicher Protest begann \u2013 Streiks von H\u00e4ndlern in Teheran gegen steigende Devisen- und Goldpreise sowie den dramatischen Wertverfall des Rial \u2013 verwandelte sich innerhalb k\u00fcrzester Zeit in eine offene politische Konfrontation mit dem gesamten Regime der Islamischen Republik.<\/p> <p>Die Parolen der Demonstrierenden wurden schnell eindeutig: \u201eTod dem Diktator\u201c, \u201eTod Khamenei\u201c. Diese Rufe spiegeln den tief verwurzelten Konsens einer Gesellschaft wider, die das Regime als unvereinbar mit Freiheit, W\u00fcrde und Zukunft begreift.<\/p> <p>Seit Jahren gleicht der Iran einem Pulverfass. Systematische Repression, wirtschaftliche Misswirtschaft, institutionalisierte Korruption und die vollst\u00e4ndige religi\u00f6se Kontrolle aller Lebensbereiche haben eine explosive Lage geschaffen. Die j\u00fcngsten Ereignisse zeigen, dass diese Spannung nicht l\u00e4nger unterdr\u00fcckt werden kann. Nach Angaben der zentralen Oppositionsbewegung MEK\/PMOI wurden bislang mindestens 3.000 Demonstrierende get\u00f6tet \u2013 eine Zahl, die das wahre Ausma\u00df der Gewalt nur ann\u00e4hernd widerspiegelt. Die gezielte Abschaltung des Internets ist Teil einer Strategie des Regimes, seine Verbrechen zu verschleiern. 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Es ist daher irref\u00fchrend, weiterhin von einem blo\u00dfen Aufstand zu sprechen \u2013 was sich im Iran entfaltet, ist eine Revolution im Werden. Auch wenn die sichtbare Pr\u00e4senz auf den Stra\u00dfen schwankt, bleiben die Ursachen, die Wut und der Wille zur \u00dcberwindung des Systems unver\u00e4ndert.<\/p> <p>Parallel dazu versucht das Regime, die Ereignisse politisch und medial umzudeuten.<\/p> <p>Im Ausland wird gezielt verbreitet, die Proteste seien das Ergebnis eines Aufrufs oder einer f\u00fchrenden Rolle von Reza Pahlavi, dem Sohn des ehemaligen Schahs. Diese Darstellung ist nicht nur sachlich falsch, sondern auch moralisch und politisch unhaltbar.<\/p> <p>Pahlavi selbst erkl\u00e4rte nach dem Blutbad, er habe niemanden zum Protest aufgerufen. Zugleich hatte er zuvor internationale Medien \u00fcber angebliche Unterst\u00fctzung aus dem Inneren, eine \u201emassive Pr\u00e4senz auf der Stra\u00dfe\u201c und sogar Verbindungen zu Teilen der Sicherheitskr\u00e4fte informiert. Die eklatante Diskrepanz zwischen Selbstdarstellung und nachtr\u00e4glicher Verantwortungsverweigerung ist ein Lehrbuchbeispiel politischer Verantwortungslosigkeit und wirft grundlegende Fragen nach Glaubw\u00fcrdigkeit, ethischer Integrit\u00e4t und rechtlicher Haftung auf.<\/p> <p>Man kann nicht einen F\u00fchrungsanspruch erheben, sich medial als Symbolfigur inszenieren lassen und gleichzeitig in dem Moment, in dem Menschen auf offener Stra\u00dfe massakriert werden, jede politische und moralische Verantwortung von sich weisen. Dieses Verhalten untergr\u00e4bt elementare Prinzipien politischer Verantwortlichkeit und jegliche glaubhafte Legitimation als politische F\u00fchrungsperson.<\/p> <p>Die Rolle westlicher Medien versch\u00e4rft die Situation zus\u00e4tzlich.<\/p> <p>Ohne sorgf\u00e4ltige journalistische Pr\u00fcfung wurden manipulierte Bilder, verf\u00e4lschte Parolen und einseitige Narrative verbreitet, die den Eindruck erweckten, Millionen Iraner h\u00e4tten einem monarchistischen Projekt gefolgt. Tats\u00e4chlich k\u00e4mpfen die Menschen f\u00fcr Freiheit, W\u00fcrde und Selbstbestimmung \u2013 nicht f\u00fcr die R\u00fcckkehr zu einem repressiven, gewaltt\u00e4tigen System.<\/p> <p>Die Verbrechen der Schah-Diktatur \u2013 insbesondere systematische Folter durch den SAVAK, Unterdr\u00fcckung politischer Opposition und ethnischer Minderheiten \u2013 sind im kollektiven Ged\u00e4chtnis tief verankert. Reza Pahlavi hat sich bis heute nicht eindeutig von diesen Verbrechen distanziert, sondern sie wiederholt relativiert, als historisch notwendig dargestellt und die damalige Gesellschaft als \u201enicht reif f\u00fcr Demokratie\u201c bezeichnet. Eine solche Relativierung ist aus menschenrechtlicher und rechtsstaatlicher Perspektive unhaltbar und untergr\u00e4bt jegliche demokratische Legitimation.<\/p> <p>Ein weiterer, besonders besorgniserregender Punkt: Pahlavi erkl\u00e4rte \u00f6ffentlich, er stehe in Verbindung mit Teilen der Revolutionsgarden, und rund 50.000 Angeh\u00f6rige dieser Strukturen h\u00e4tten seinem Aufruf zur Unterst\u00fctzung \u00fcber QR-Codes gefolgt \u2013 genau jene Kr\u00e4fte, die heute die blutige Niederschlagung der Proteste leiten. Wer sich auf solche Machtstrukturen st\u00fctzt oder deren Unterst\u00fctzung reklamiert, bietet keine demokratische Alternative, sondern stabilisiert das bestehende Unterdr\u00fcckungssystem \u2013 wenn auch unter einem anderen Etikett.<\/p> <p>Auch international zeigt sich ein eklatanter Widerspruch zwischen Worten und Taten. Der deutsche Bundeskanzler und die Au\u00dfenministerin erkennen zwar die fehlende Legitimit\u00e4t des Regimes an, doch konkrete politische Konsequenzen bleiben aus. Die einzig angemessene und rechtlich nachvollziehbare Reaktion m\u00fcsste umfassen: die Einstufung der Revolutionsgarden als Terrororganisation auf EU-Ebene, umfassende und wirksame Sanktionen gegen die zentralen Machtstrukturen des Regimes sowie die ausdr\u00fcckliche Anerkennung des Rechts des iranischen Volkes auf legitimen Widerstand.<\/p> <p>Wer aus wirtschaftlichem Kalk\u00fcl oder geopolitischer Bequemlichkeit wegschaut, macht sich politisch und moralisch mitschuldig. H\u00e4ndesch\u00fctteln oder diplomatische Ann\u00e4herung mit einem Regime, das systematisch tausendfach Menschen t\u00f6tet, ist keine Neutralit\u00e4t \u2013 es ist Beihilfe durch Unterlassung.<\/p> <p>Die j\u00fcngsten Massaker sind das dritte historische Massaker nach 1980 und 1988, als mehr als 30.000 politische Gefangene hingerichtet wurden \u2013 etwa 90\u202fProzent Anh\u00e4nger der MOK\/MEK. Anders als damals gibt es heute Internet, Information kann weltweit verbreitet werden. Doch das Regime blockiert gezielt diese Kan\u00e4le, um seine Verantwortung zu verschleiern.<\/p> <p>Die Zeit der Rehabilitierung f\u00fcr die MEK\/PMOI ist gekommen. Die internationale Gemeinschaft muss die Legitimit\u00e4t dieser Organisation anerkennen, ihre Mitglieder sch\u00fctzen und das Recht des iranischen Volkes auf Selbstbestimmung und Widerstand gegen Unterdr\u00fcckung respektieren.<\/p> <p>Die Wut des Volkes ist das Ged\u00e4chtnis der Ermordeten und die Anklage gegen alle, die schweigen. Geschichte wird nicht nur die T\u00e4ter, sondern auch jene verurteilen, die aus Opportunismus wegschauten.<\/p> <p>Reza M. Rouchi<\/p> <p>Gesellschaft von Deutsch-iranern (GDI)<\/p>\n\n","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7543","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7543"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7543\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7595,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7543\/revisions\/7595"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7543"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7543"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/iran-change.org\/icb\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7543"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}